Lions Club Aalen baut seit 2008 Schulen für mittlerweile 1.200 Kinder in Togo/ Afrika

Lions Club Aalen baut seit 2008 Schulen für mittlerweile 1.200 Kinder in Togo/ Afrika

Togo ist ein kleines Land in Westafrika, südlich der Sahara am Golf von Guinea gelegen. Im Norden grenzt es an Burkina Faso, im Osten an Benin und im Westen an Ghana. Die Hauptstadt von Togo ist Lomé. Man schätzt die Einwohnerzahl auf rund acht Millionen Einwohner. Die Hälfte der Bevölkerung ist 16 Jahre alt oder jünger.

Schon in den Jahren 2006/ 2007 wurde im Lions Club Aalen intensiv diskutiert, dass wir als Europäer für die afrikanischen Staaten mehr tun müssen. Es war und ist klarer Konsens, dass die Bildung ein zentrales Thema dieser Staaten ist, um den Menschen im eigenen Land eine bessere Zukunft und Perspektiven bieten zu können.

Idee: Mit Bildung und Infrastruktur Perspektiven schaffen

Zusammen mit dem Verein „Hilfe für Togo e.V.“ aus Waldstetten wird zunächst im Jahr 2008 ein Konzept für den Bau einer Elementarschule in dem Ort Atigba für 210 Kinder erarbeitet und umgesetzt. Kerngedanke: Der Lions Club benötigt einen „Treiber im Club“, aber auch eine verlässliche und sichere „Umsetzungshand“ direkt vor Ort, damit Spenden und Hilfen zu hundert Prozent dem angedachten Zweck zu Gute kommen. Dieser war mit dem „Hilfe für Togo e.V.“ und der Person Anton Weber gegeben. Von Anfang an und bis zu seinem Tod im August 2020 treibende Kraft im Lions Club Aalen: Richard Salzer, insbesondere auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Lions Hilfswerks Aalen. Man darf mit Fug und Recht sagen, dass es für ihn eine Herzensangelegenheit und Teil seines Lebenswerkes war, Perspektiven für junge Menschen in Togo zu schaffen. Richard Salzer hat aber auch konsequent die Ansicht vertreten, dass die weiter zu erwartende, extreme Bevölkerungsexplosion in Afrika insbesondere nur durch gute Bildung von Mädchen und Frauen eingedämmt werden kann.

150.000 Euro Spenden, über 2.000 Stunden Ehrenamt

Gemeinsam mit dem Jumelage-Club aus Sierning/ Österreich beginnt eine Erfolgsgeschichte, die sicherlich mehr als bemerkenswert ist: 2013 folgte ein weiterer Schulbau, diesmal für 250 Schülerinnen und Schüler in der Stadt Gabdijin Konshji, 150 km von Lomé entfernt. Durch die regelmäßigen Besuche der Lions und „Hilfe für Togo“ vor Ort, konnte auch bei dieser Schule bis zum heutigen Tage ein geregelter Schulablauf gesichert werden. Da an diesem Standort bisher keinerlei Gesundheitseinrichtung vorhanden war, wurde in der Folge bei der Schule auch ein kleines Gesundheitszentrum inklusive Kranken- und Toilettenstationen errichtet. Die Problematik einer unzureichenden Wasserversorgung wurde in Form einer neuen Brunnenanlage gelöst, die sowohl Schule als auch 2.500 Einwohner des benachbarten Dorfes mit Wasser versorgen.

Dann folgte eine Vorschule für 45 Kinder, bevor schließlich das größte Vorhaben in 2017 umgesetzt wurde: In einem Vorort der Stadt Kpalime wurde ein Gymnasium für über 500 Schülerinnen und Schüler gebaut. Zusätzlich wurde auch hier eine neue Elementarschule für 70 Kinder eingeweiht. Dass parallel der Kauf von Schulmaterialien, die Finanzierung von Lehrern, das Beschaffen von Rollstühlen und auch Essen, um nur einige Beispiele zu nennen, ebenfalls wichtige Bausteine waren, empfanden Richard Salzer, Anton Weber und viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus den beiden Clubs immer nahezu als selbstverständlich. Bei den Schülerspeisungen, die während den Besuchen vor Ort immer organisiert werden, entstand übrigens auch ein Zitat von Richard Salzer, das alle Helferinnen und Helfer immer geprägt hat: „Schaut in die Augen der Kinder – diese Freude und Dankbarkeit“.

Fasst man zusammen, so sind seit 2006 rund 150.000 Euro Spendengelder und rund 2.000 ehrenamtliche Stunden, inklusive verschiedener Vor-Ort-Besuche, in Togo für den Bau von Schulen und dem Aufbau einer Infrastruktur eingebracht worden. Alle auf diese Weise initiierten Schulen und Vorschulen in Togo gehen nach der Fertigstellung in kirchliche oder kommunale Trägerschaft über. Dies sichert Verlässlichkeit und Kontinuität. Und gleichzeitig werden sichtbare Erfolge erzielt: Ein zum Beispiel höherer Anteil an Lehrerinnen in den oberen Klassen des „Richard Salzer College“ in Nyiveme (Stadtteil von Kpalime) führt auch dazu, dass der Anteil der Mädchen in den Abschlussklassen inzwischen bei einer Quote von über 60 Prozent liegt, mit teilweise herausragenden Ergebnissen in den Prüfungen.

Das Lebenswerk von Richard Salzer wird weitergehen

Der Lions Club Aalen und sein Jumelage-Club aus Sierning werden den eingeschlagenen Weg auch nach dem Tod von Richard Salzer konsequent fortsetzen. Aktuell wird ein neues Vorhaben geprüft, nämlich ein größeres Aufforstungsprogramm. Entsprechende Aufforstungsflächen wurden bereits besichtigt, derzeit werden die Kosten ermittelt. Und natürlich wird es auch weiterhin ein großes Engagement in Bildungsprojekte vor Ort geben. Der Lions Club Aalen hofft auf zahlreiche Unterstützer zur Erfüllung einer großen und wichtigen Aufgabe in Afrika.